Herzlich Willkommen zum 40. Open Air Filmfest Weiterstadt!

Vorwort des Bürgermeisters

Dieses Jahr feiern wir ein besonderes Jubiläum: Zum 20. Mal findet der Publikumswettbewerb um den Weiterstädter Filmhirsch am Samstagabend statt, in dem dieses Jahr acht Super 8-Filme gegeneinander antreten.

1996 war das Format schon fast verschwunden, das letzte analoge Filmformat, mit dem zu arbeiten sich auch Hobbyfilmer leisten konnten. Das Filmfest in Weiterstadt, einst als Super 8-Festival an den Start gegangen und von seiner Ursprungsidee weit entfernt vom Gedanken eines Wettbewerbs, entschied sich, ab 1997 doch einen solchen einzuführen. Geldpreise gab es dabei nie zu gewinnen. Stattdessen ging es um Filmmaterial und Entwicklungsgutscheine, weil sichergestellt werden sollte, dass Super 8 noch weiter bestehen bleibt. Heute nach 20 Jahren kann man sagen, dass dies gelungen ist: Die Zahl der Einreichungen auf Super 8 blieb über die Jahre konstant, nahm sogar gelegentlich schrittweise wieder zu.

Diese Konstanz und Beharrlichkeit, einen eingeschlagenen Weg zu verfolgen und das, was ihnen am Film so wichtig erscheint - Originalität, Stile, Formen und Inhalte jenseits des gewohnten Mainstreams - zu fördern und zu vertreten, ist es auch, die uns dieses Jahr das zweite - das doppelt so große Jubiläum - feiern lässt: Zum 40. Mal werden auf dem Open Air Filmfest Weiterstadt Filme gezeigt. Kein anderes Filmfestival hat öfter in Hessen stattgefunden.

Was das Filmfest für die nationale und internationale Kurzfilmszene, aber auch für das kulturelle Leben in unserer Stadt bedeutet, kann man nicht in Worte fassen, ohne den Umfang des seit Jahren im handlichen, taschengerechten Format erscheinenden Katalogs zu sprengen.

Deshalb sei an dieser Stelle einfach gedankt: Allen, die das Filmfest mit ihrer Unterstützung, ihren Filmen, ihrem Besuch, ihren Ideen und ihrer Arbeit in den vergangenen 39 Jahren möglich gemacht haben - und allen, die es auch dieses Jahr wieder ermöglichen.

Allen Gästen aus fern und nah wünsche ich dabei auch dieses Jahr ein unvergessliches Erlebnis.

Film ab!

Ralf Möller

Bürgermeister

Vorwort des Filmfestteams

Das muss man wiederholen: zum 40. Zum 40??? 40!!! Unglaublich - wer hätte das 1977 gedacht? Das feiern wir, und zwar so, wie wir es am besten können: mit Filmen, Gästen, Musik, Gesprächen und allem, was unsere Cateringstände so anbieten. Und wir feiern dieses Jubiläum sogar gleich eineinhalbfach: zum einen das 40. Filmfest, und dann auch noch den 20. Super 8 Wettbewerb. Auch hier: wer hätte 1997 gedacht, dass wir 2016 immer noch ausreichend Einreichungen für den Publikumswettbewerb um den Weiterstädter Filmhirsch bekommen?

Unser Wettbewerb, bei dem es Filmmaterial für neue Werke zu gewinnen gibt, hat sicherlich das seine dazu beigetragen. Beharrlichkeit zahlt sich aus, Qualität setzt sich durch. Wir feiern mit unzähligen neuen Filmen, die wir aus noch mehr Einreichungen als bisher ausgewählt haben, und mit oft gewünschten Filmen aus den vergangenen 40 Jahren in digitaler Form am Donnerstag zum Abschluss des open air Programms und im Kinderkinoprogramm. Samstag zum Abschluss des open air Programms rattert endlich wieder einmal der 35mm Projektor im Braunshardter Tännchen. Weiterhin wird am Samstag Abend das Kommunale Kino reaktiviert. Hier gibt es 31 Super 8 Filme aus der Filmfestgeschichte zu sehen, moderiert von Manuel Francescon. Und wer weiß, ob nicht doch noch ein 32ster von den Festivalgründern dazu kommt. Am Sonntag schließlich freuen wir uns sehr, Tony Hill wieder in Weiterstadt begrüssen zu dürfen - und dann kommt auch 16mm endlich wieder zum Einsatz!

Trotz aller Jubiläen befinden wir uns gleichzeitig im verflixten siebten Jahr - denn der beliebte Kurzfilm Poetry Slam findet nun mittlerweile schon zum siebten Mal statt. 2010 hat er Einzug in das Filmfest gehalten, und wir möchten ihn mittlerweile ebenso wenig missen wie die Live Bands zum Auftakt der open air Abende, das Kurzfilmprogramm für Kinder am Samstag morgen, Jim Lacys Trailer-Workshops oder das Best of am Montag Abend im Filmzelt. Und doch kommt man ein wenig ins Grübeln, wenn man wieder einmal völlig übernächtigt am Abend vor der Drucklegung des Katalogs an einem Vorwort sitzt und gleichzeitig noch eine vierseitige ToDo-Liste abzuarbeiten hat. Für den Tag wohlgemerkt. Haben wir schon einmal erwähnt, dass vor dem Filmfest ungefähr 10200 unbezahlte ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet werden, von zahlreichen Verrückten? Da kann einem schon einmal ein Gedanke kommen wie etwa: Wie wäre es denn, wenn wir statt des Kurzfilm Poetry Slam 2017 einen Grußwort Poetry Slam durchführen würden? Fünf SlammerInnen bekommen zur Abwechslung einmal nicht die Aufgabe, einen Text zu einem einzelnen Film zu schreiben, sondern zu einem ganzen Filmprogramm, inklusive allem, was so in ein Vorwort gehört, der finanziellen Situation, dem Dank an die Förderer und Sponsoren, all jene Dinge, die es doch so verdienen gelesen zu werden. Vielleicht würde das Vorwort dann auch tatsächlich begeistert gelesen, nicht nur einmal, sondern fünfmal, durchzogen von Witz und Sprachkunst und Leidenschaft und Poesie. Wie wohl der Dank an Skoda Auto Deutschland GmbH, Darmstädter Privatbrauerei, Merck KGaA, entega, Daxl Music Veranstaltungsservice, Bento’s Eventtent, LEDvertisement und ZAW Zweckverband Wertstoffeinsammlung des Landkreises in Reimform gebracht werden könnte? Ob man den Dank an Stadt, Land und die neue HessenFilm und Medien GmbH in eine Alliteration packen könnte?

Wobei der Dank dieses Jahr zum Jubiläum weit umfassender sein muss. Er muss nicht nur allen gelten, die dieses Jahr mit ihren Werken, mit ihrer Arbeit, mit Sach- und Geldspenden und mit ihrem Besuch das Filmfest unterstützen, sondern auch allen, die in den vergangenen 39 Jahren dafür gesorgt haben, dass wir diese 40 erreichen. IdeengeberInnen, GeldgeberInnen, FilmgeberInnen, und nein, wir können sie nicht alle nennen, zum einen des Platzes wegen (wie wir auch schon lange nicht mehr alle Filme unter den Einreichungen fürs Programm auswählen können, die wir gerne gezeigt hätten), zum anderen aber würden wir garantiert auch jemand vergessen, der oder die es wirklich verdient hätten, genannt zu werden. Bitte, fühlt Euch alle genannt, fühlt Euch bedankt, seid stolz auf das, was Ihr über die Jahre aufgebaut habt. Es wird auch dieses Jahr wieder ein großartiges Festival werden, und allen, die sich das entgehen lassen, rufen wir ein ausdrucksstarkes Pöh zu.

Vielleicht kann man ja auch ohne Grußwort Poetry Slam das Schreiben dieses Vorwortes zu einer Zeit, da kreative Gedanken nur noch eine vage Erinnerung aus ausgeschlafenen Zeiten sind, ein wenig das Formulieren durch Zitieren ersetzen. Schließlich, man erinnere sich an den Anfang dieses Vorworts, haben wir ein Jubiläum. Eine runde Zahl, die es zu feiern gilt. Die 40. Wäre es da nicht angebracht, auch im Vorwort ein wenig Retrospektive unterzubringen? Wohlan:

Und bei den Filmen wünschen wir unseren Gästen viel Spaß, eine an und aufregende Begegnung mit der Welt des Kurzfilms und schöne Tage in Weiterstadt! Euer Filmfestteam (2005)

Das Festival möge beginnen - auf eine gute Projektion und anregende Festivaltage! Das Festival-Team (2010)

Ein schönes und unterhaltsames Festival wünscht allen Gästen, Filmemachern und Helfern Eure Filmfest-Crew (1994)

Wir wünschen Euch viel Spaß! Das Filmfest-Team (1991)

Das Filmfest Weiterstadt, ein glitzernder Stern am südhessischen Kulturhimmel - die besondere Art Filme zu genießen. Euer Filmfestteam (1993)

Wir wünschen Euch fünf unterhaltsame und abwechslungsreiche Filmfest-Jubiläumstage! Euer Filmfestteam (2001)

Genug der Worte, es sei denn, sie kommen von der Leinwand. Film ab! (2015)

PS: Einen Werbeslogan für das 41. Filmfest 2017 haben wir auch schon. „Das Filmfest, dessen Filme vielfältiger als seine Vorworte sind“

 

 

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